Recht

Kindschaftsrechtsreform 2026: Was das neue KiMoG für getrennt erziehende Eltern bedeutet

Ab 2026 bringt das Kindschaftsrechtsmodernisierungsgesetz (KiMoG) grundlegende Änderungen für getrennt erziehende Eltern. Es stärkt die partnerschaftliche Betreuung, schützt vor häuslicher Gewalt und schafft mehr Klarheit im Alltag. Hier erfahrt ihr, was sich für euch und eure Kinder konkret ändert – und wie ihr euch vorbereiten könnt.

Zwei Hände halten Smartphones über einem Tisch mit Dokumenten und einem Kalender – Symbol für digitale Organisation im Co-Parenting.
Mit dem KiMoG 2026 wird die Zusammenarbeit im Betreuungsalltag klarer – digitale Tools wie hetito helfen bei der Umsetzung.

Ab 2026 tritt das Kindschaftsrechtsmodernisierungsgesetz (KiMoG) in Kraft und bringt wichtige Neuerungen für getrennt erziehende Eltern. Kernthemen sind die Stärkung der Eigenverantwortung im Betreuungsalltag, der verbesserte Schutz vor häuslicher Gewalt und die Vereinfachung des gemeinsamen Sorgerechts – besonders für nicht verheiratete Eltern. Das Gesetz soll Konflikte reduzieren und die Zusammenarbeit im Sinne des Kindeswohls fördern.

Was ändert sich bei Alltagsentscheidungen im Betreuungszeitraum?

Eine der zentralen Neuerungen betrifft § 1687 BGB: Künftig dürfen beide Elternteile im jeweiligen Betreuungszeitraum eigenständig über Alltagsfragen entscheiden, ohne die Zustimmung des anderen einholen zu müssen. Das gilt für Themen wie Hausaufgabenbetreuung, Freizeitaktivitäten oder kleine medizinische Behandlungen (z. B. Fieberzäpfchen).

Wichtig: Bei grundlegenden Entscheidungen (z. B. Schulwahl, schwere medizinische Eingriffe) bleibt das gemeinsame Sorgerecht bestehen. Hier müsst ihr euch weiterhin abstimmen. hetito zeigt euch im Betreuungsplan an, welche Termine oder Aufgaben als „Alltagsfrage“ oder „grundlegende Entscheidung“ markiert sind – so vermeidet ihr Missverständnisse.

EntscheidungstypEigenständig möglich?Beispiele
AlltagsfragenJaHausaufgaben, Freizeit, kleine Arztbesuche
Grundlegende EntscheidungenNeinSchulwechsel, Operationen, Umzug

Quelle: Entwurf KiMoG 2026, § 1687 BGB (neu)

Wie erleichtert das KiMoG das gemeinsame Sorgerecht für nicht verheiratete Eltern?

Bisher mussten nicht verheiratete Väter das gemeinsame Sorgerecht oft gerichtlich erstreiten – ein langwieriger Prozess. Das KiMoG automatisiert die gemeinsame Sorge, wenn beide Elternteile bei der Geburt des Kindes eine Sorgeerklärung abgeben. Diese kann formlos beim Standesamt oder Jugendamt erfolgen.

Praktischer Tipp: Wenn ihr euch unsicher seid, ob eine Sorgeerklärung sinnvoll ist, bietet das Jugendamt nach § 17 SGB VIII eine kostenlose Beratung an. hetito unterstützt euch dabei, die getroffenen Vereinbarungen im Dokumententresor zu speichern – etwa die Sorgeerklärung oder Vollmachten für Großeltern.

Wie schützt das KiMoG vor häuslicher Gewalt?

Das neue Gesetz verschärft die Beweispflicht bei Vorwürfen häuslicher Gewalt. Künftig reichen konkrete Anhaltspunkte (z. B. Polizeiberichte, ärztliche Atteste) aus, um Umgangsregelungen vorläufig auszusetzen. Bisher war ein richterlicher Beschluss nötig, der oft Wochen dauerte.

Ablauf bei Gewaltvorwürfen:

  1. Dokumentation: Sammelt Beweise (z. B. Fotos, Chatverläufe, Zeugenaussagen).
  2. Jugendamt kontaktieren: Nach § 8a SGB VIII muss das Jugendamt eine Gefährdungseinschätzung vornehmen.
  3. Gerichtliche Anordnung: Bei akuter Gefahr kann das Familiengericht den Umgang sofort einschränken.

hetito bietet einen sicheren Dokumententresor, in dem ihr Beweise hochladen und für Behörden oder Gerichte zugänglich machen könnt. Wichtig: Das Jugendamt ist kein „letzter Ausweg“, sondern ein Unterstützungsangebot – nutzt es frühzeitig.

Was bedeutet die Neuregelung für Betreuungsvereinbarungen mit Dritten?

Das KiMoG regelt erstmals Abhol- und Betreuungsrechte für Dritte (z. B. Großeltern, neue Partner:innen) gesetzlich. Bisher gab es hier keine klare Rechtsgrundlage, was zu Konflikten führte. Künftig könnt ihr schriftliche Vollmachten erteilen, die im Betreuungsplan hinterlegt werden.

Beispiel: Wenn die Großeltern das Kind regelmäßig von der Schule abholen, könnt ihr eine Vollmacht in hetito erstellen und im Kalender hinterlegen. Die Schule erhält dann eine automatische Benachrichtigung mit den Details.

BetreuungssituationRechtsgrundlage (KiMoG)Praxistipp
Abholung durch Dritte§ 1687a BGB (neu)Vollmacht in hetito hinterlegen
Übernachtung bei Dritten§ 1687b BGB (neu)Betreuungsplan anpassen
Medizinische Notfälle§ 1687c BGB (neu)Notfallkontakte im Profil eintragen

Quelle: Entwurf KiMoG 2026

Wie könnt ihr euch auf die Änderungen vorbereiten?

  1. Betreuungsplan anpassen: Nutzt hetito, um Alltags- und Grundsatzentscheidungen im Kalender zu kennzeichnen. So seid ihr auf die neuen Regelungen vorbereitet.
  2. Dokumente digitalisieren: Ladet Sorgeerklärungen, Vollmachten und Beweise in den hetito-Dokumententresor hoch.
  3. Jugendamt kontaktieren: Bei Unsicherheiten bietet das Jugendamt nach § 17 SGB VIII eine kostenlose Beratung an.
  4. Kommunikation klären: Auch wenn hetito keinen Chat hat, könnt ihr über die Anfragen-Funktion (z. B. für Urlaub oder Terminänderungen) verbindlich kommunizieren.

Was bleibt gleich – und worauf müsst ihr achten?

Trotz der Reform bleiben einige Grundsätze bestehen:

Achtung: Das KiMoG ist kein Freifahrtschein für Alleingänge. Bei Streitigkeiten über Alltagsfragen könnt ihr euch an eine Erziehungsberatungsstelle wenden – diese vermittelt neutral und kostenlos.

hetito zeigt euch, wie ihr die neuen Regelungen im Alltag umsetzen könnt: vom Betreuungsplan über Vollmachten bis hin zur Dokumentation. So bleibt mehr Zeit für das, was wirklich zählt – eure Kinder.

Häufige Fragen

Was sind die wichtigsten Änderungen durch das KiMoG 2026?
Das KiMoG stärkt die Eigenverantwortung im Betreuungsalltag (z. B. Alltagsentscheidungen ohne Zustimmung des anderen Elternteils), vereinfacht das gemeinsame Sorgerecht für nicht verheiratete Eltern und verbessert den Schutz vor häuslicher Gewalt durch schnellere Umgangseinschränkungen.
Dürfen beide Elternteile jetzt alles allein entscheiden?
Nein. Bei Alltagsfragen (z. B. Hausaufgaben, Freizeit) darf jeder Elternteil im Betreuungszeitraum eigenständig entscheiden. Bei grundlegenden Entscheidungen (z. B. Schulwahl, Operationen) bleibt das gemeinsame Sorgerecht bestehen.
Wie funktioniert die automatische gemeinsame Sorge für nicht verheiratete Eltern?
Wenn beide Elternteile bei der Geburt des Kindes eine Sorgeerklärung abgeben (formlos beim Standesamt oder Jugendamt), erhalten sie automatisch das gemeinsame Sorgerecht. Eine gerichtliche Klärung ist dann nicht mehr nötig.
Was tun, wenn der andere Elternteil häusliche Gewalt vorwirft?
Sammelt Beweise (z. B. Polizeiberichte, ärztliche Atteste) und kontaktiert das Jugendamt. Dieses muss nach § 8a SGB VIII eine Gefährdungseinschätzung vornehmen. Bei akuter Gefahr kann das Familiengericht den Umgang sofort einschränken.
Können Großeltern oder neue Partner:innen jetzt einfach das Kind abholen?
Ja, aber nur mit einer schriftlichen Vollmacht. Das KiMoG regelt erstmals Betreuungsrechte für Dritte. Nutzt hetito, um Vollmachten im Betreuungsplan zu hinterlegen und Schulen oder Kitas automatisch zu informieren.
Wo gibt es Hilfe bei Unsicherheiten?
Das Jugendamt bietet nach § 17 SGB VIII kostenlose Beratung an. Auch Erziehungsberatungsstellen unterstützen neutral und kostenlos. hetito hilft euch, Vereinbarungen digital zu dokumentieren und im Alltag umzusetzen.

Mehr Klarheit im Betreuungsalltag

hetito unterstützt euch dabei, die neuen Regelungen des KiMoG 2026 einfach umzusetzen – mit Betreuungsplan, Vollmachten und Dokumententresor. So bleibt mehr Zeit für eure Kinder.

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