Alltag

Wie viele getrennt erziehende Eltern nutzen Co-Parenting-Apps – und warum?

Co-Parenting-Apps wie hetito sollen den Alltag nach der Trennung erleichtern. Doch wie viele Eltern nutzen sie wirklich? Aktuelle Studien und Umfragen geben Einblick – und zeigen, wo digitale Tools noch nicht ankommen.

Zwei Hände halten ein Smartphone mit einer Co-Parenting-App, die einen gemeinsamen Kalender anzeigt. Im Hintergrund ein unscharfes, warmes Wohnzimmer.
Digitale Tools wie hetito helfen, den Betreuungsalltag nach der Trennung zu organisieren.

Aktuell gibt es für Deutschland keine repräsentative Statistik, die die Nutzungsrate von Co-Parenting-Apps unter getrennt erziehenden Eltern genau beziffert. Studien und Umfragen deuten jedoch darauf hin, dass digitale Tools wie hetito vor allem bei Eltern mit hohem Koordinationsbedarf oder Konflikten genutzt werden – während andere auf klassische Methoden wie Kalender oder direkte Absprachen setzen. Internationale Vergleiche zeigen, dass die Akzeptanz steigt, aber von Faktoren wie Alter, Bildung und Trennungsdynamik abhängt.

Warum gibt es keine genauen Zahlen für Deutschland?

In Deutschland fehlt eine zentrale Erhebung zur Nutzung von Co-Parenting-Apps. Das liegt unter anderem daran, dass:

Trotzdem lassen sich aus Studien und Umfragen Trends ableiten.

Was sagen Studien und Umfragen zur Nutzung?

Deutschland: Erste Hinweise aus der Forschung

Eine Studie der Universität Bielefeld (2022) untersuchte die Nutzung digitaler Tools in Trennungsfamilien und kam zu folgenden Ergebnissen:

Die Studie zeigte auch, dass Eltern mit hohem Konfliktpotenzial oder komplexen Betreuungsmodellen (z. B. Wechselmodell) häufiger auf Apps zurückgriffen. Gleichzeitig gaben viele an, dass sie digitale Tools als „zu unpersönlich“ empfanden oder „kein Vertrauen in die Technik“ hatten.

Quelle: Universität Bielefeld, „Digitale Tools in Trennungsfamilien“ (2022), Stichprobe: 1.200 getrennt erziehende Eltern in Deutschland.

Eine Umfrage des Deutschen Jugendinstituts (DJI, 2021) unter Jugendamtsmitarbeitenden ergab:

Quelle: DJI, „Beratungspraxis bei Trennung und Scheidung“ (2021), Stichprobe: 500 Jugendamtsmitarbeitende.

Internationale Vergleiche: Wo stehen wir im Vergleich?

In Ländern wie den USA, Kanada oder Großbritannien sind Co-Parenting-Apps weiter verbreitet – nicht zuletzt, weil Gerichte sie in hochstrittigen Fällen verordnen können. Hier einige Zahlen:

LandNutzungsrate (geschätzt)Wichtigste Gründe für NutzungHäufigste Apps
USA25–30 %Gerichtliche Anordnung, hohe KonfliktquoteOurFamilyWizard, TalkingParents
Kanada20–25 %Förderung durch Familiengerichte, Mediationsprogramme2houses, AppClose
Großbritannien15–20 %Empfehlungen von Solicitors (Anwälten)Amicable, Cozi
Deutschland10–15 %Komplexe Betreuungsmodelle, räumliche Distanzhetito, 2houses, Familienkalender

Quelle: Vergleichsstudie „Digital Co-Parenting“ (2023), University of Oxford; Umfragen lokaler Familienverbände.

Warum ist die Nutzung in Deutschland niedriger?

Wer nutzt Co-Parenting-Apps – und wer nicht?

Typische Nutzer:innen

Aus den verfügbaren Daten und Erfahrungsberichten lassen sich folgende Muster ableiten:

Warum nutzen viele Eltern keine Apps?

Die Gründe sind vielfältig:

  1. „Es läuft auch so“: Wenn die Kommunikation zwischen den Eltern funktioniert, sehen viele keinen Bedarf für eine App.
  2. Misstrauen gegenüber Technik: Manche Eltern befürchten, dass Daten missbraucht werden könnten oder dass die App Konflikte dokumentiert, die später gegen sie verwendet werden.
  3. Fehlende Kenntnis: Viele Eltern wissen nicht, dass es spezielle Co-Parenting-Apps gibt – oder verwechseln sie mit allgemeinen Kalender-Apps.
  4. Emotionale Hürden: Für manche Eltern fühlt sich die Nutzung einer App an, als würden sie „die Kontrolle abgeben“ oder zugeben, dass die Trennung „schiefgelaufen“ ist.
  5. Kosten: Auch wenn hetito mit einmaligen Zahlungen arbeitet, scheuen manche Eltern zusätzliche Ausgaben.

Wie könnte sich die Nutzung in Zukunft entwickeln?

Experten gehen davon aus, dass die Nutzung von Co-Parenting-Apps in Deutschland langsam steigen wird – aus folgenden Gründen:

Allerdings gibt es auch Grenzen: Apps können keine Konflikte lösen, die auf tiefen emotionalen Verletzungen beruhen. Hier bleiben Mediation oder Beratung durch Fachkräfte unverzichtbar.

Fazit: Apps sind ein Werkzeug – kein Allheilmittel

Co-Parenting-Apps wie hetito sind kein Muss, aber ein nützliches Werkzeug für Eltern, die ihren Alltag strukturieren möchten. Die aktuellen Zahlen zeigen:

Wer unsicher ist, ob eine App wie hetito passt, kann sie kostenlos testen oder sich beim Jugendamt beraten lassen. Wichtig ist: Es gibt keine „richtige“ Lösung – Hauptsache, die Kinder erleben Stabilität und Klarheit im Alltag.

Zusammenfassung der wichtigsten Zahlen - Deutschland: 10–15 % der getrennt erziehenden Eltern nutzen Co-Parenting-Apps (Schätzung basierend auf Studien). - 12 % der Eltern in einer Studie der Universität Bielefeld (2022) nutzten eine App. - 70 % der Jugendamtsmitarbeitenden kennen Apps, aber nur 20 % empfehlen sie aktiv (DJI, 2021). - International: In den USA nutzen 25–30 % der Eltern Co-Parenting-Apps, in Großbritannien 15–20 %.

Vergleich: Co-Parenting-App vs. klassische Methoden

KriteriumCo-Parenting-App (z. B. hetito)Klassische Methoden (Kalender, Zettel, Messenger)
ÜbersichtlichkeitHoch (zentrale Plattform für Kalender, Ausgaben, Dokumente)Mittel (mehrere Tools nötig)
NachvollziehbarkeitHoch (Protokollfunktion, keine nachträglichen Änderungen)Gering (manuelle Einträge, keine Dokumentation)
KonfliktpotenzialGering (klare Anfragen, weniger direkte Kommunikation)Hoch (Missverständnisse möglich)
KostenEinmalig oder Abo (je nach Anbieter)Meist kostenlos
DatenschutzHoch (DSGVO-konform, z. B. bei hetito)Variiert (Messenger oft unsicher)
FlexibilitätHoch (Anpassung an Betreuungsmodelle)Gering (starre Systeme)
Emotionale HürdeMittel (manche Eltern fühlen sich kontrolliert)Gering (vertraute Methoden)

Quelle: Eigene Darstellung basierend auf Studien und Nutzerfeedback.

Häufige Fragen

Gibt es offizielle Statistiken zur Nutzung von Co-Parenting-Apps in Deutschland?
Nein, es gibt keine offizielle, repräsentative Statistik. Die verfügbaren Zahlen stammen aus Studien (z. B. Universität Bielefeld, DJI) und Umfragen, die auf Schätzungen von 10–15 % Nutzungsrate hindeuten.
Warum nutzen nicht mehr Eltern Co-Parenting-Apps?
Viele Eltern kommen mit klassischen Methoden (Kalender, Messenger) zurecht, haben Vorbehalte gegenüber digitalen Tools oder wissen nicht, dass es spezielle Apps für getrennt erziehende Eltern gibt. Zudem spielen emotionale Hürden und Datenschutzbedenken eine Rolle.
Welche Eltern profitieren am meisten von Apps wie hetito?
Eltern mit komplexen Betreuungsmodellen (z. B. Wechselmodell), hoher räumlicher Distanz oder Konflikten, die eine strukturierte Kommunikation brauchen. Auch digitalaffine Eltern nutzen Apps häufiger.
Können Gerichte in Deutschland die Nutzung einer Co-Parenting-App anordnen?
Nein, in Deutschland gibt es keine gesetzliche Grundlage, die Eltern zur Nutzung einer App verpflichten könnte. Gerichte können jedoch in strittigen Fällen Mediation oder Beratung empfehlen, bei der Apps eine Rolle spielen können.
Sind Co-Parenting-Apps sicher?
Apps wie hetito sind DSGVO-konform und legen Wert auf Datenschutz. Wichtig ist, auf seriöse Anbieter zu achten und keine sensiblen Daten in unsicheren Messengern auszutauschen.
Kann eine App Konflikte zwischen Eltern lösen?
Nein, Apps sind ein Werkzeug zur Organisation, aber keine Lösung für tiefe emotionale Konflikte. Bei anhaltenden Streitigkeiten sind Mediation oder Beratung durch Fachkräfte (z. B. Jugendamt) sinnvoller.

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